20. Lübecker Literaturtreffen
24.1.2026 | 19:00 Uhr | Theater Lübeck
Zum 20. Mal treten Autor:innen des Lübecker Literaturtreffens in Lübeck auf. Seit 2005 treffen sich auf Initiative von Günter Grass Schriftsteller:innen in Lübeck, um miteinander über ihre aktuellen Arbeiten zu diskutieren. Während die Werkstattgespräche stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, lesen die geladenen Autor:innen am Samstag öffentlich aus ihren Werken.
Freuen Sie sich auf neue Texte und Begegnungen mit prominenten Autor:innen und Newcomern der deutschen Literaturszene. Wir freuen uns auf:
Rabea Edel, Eleonora Hummel, Dagmar Leupold, Christoph Peters, Silke Scheuermann, Rina Schmeller, Jan Snela, Thị Thanh Thảo Trần und Feridun Zaimoglu.
Leider mussten Björn Bicker und Tilman Spengler krankheitsbedingt absagen.
Am Vortag diskutieren die Autor:innen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über ihre neuesten Manuskripte. Diese Werkstattgespräche werden im ehemaligen Büro von Günter Grass in der Glockengießerstraße 21 geführt. Die Schriftsteller:innen setzen damit die im Jahr 2005 von Günter Grass ins Leben gerufene Tradition fort.
Tickets erhalten Sie hier:
Veranstaltungsort:
Theater Lübeck, Kammerspiele
Beckergrube 16
23552 Lübeck
Das Literaturtreffen findet in Zusammenarbeit mit dem Theater Lübeck und mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreises Günter Grass-Haus sowie des Radisson Blu Senator Hotels statt.
Rabea Edel
Rabea Edel, 1982 in Bremerhaven geboren, lebt heute sowohl an der Mosel als auch in Berlin. Früh wurde sie mit dem Open Mike ausgezeichnet und erhielt Stipendien der Jürgen-Ponto-Stiftung sowie der Akademie der Künste. Ihr erster Roman »Das Wasser, in dem wir schlafen« fand große Resonanz in der Kritik und wurde mehrfach prämiert, darunter mit dem Kunstpreis Literatur Berlin-Brandenburg und dem Nicolas-Born-Förderpreis. Auch ihr zweiter Roman »Ein dunkler Moment« wurde begeistert aufgenommen. Neben ihrer literarischen Arbeit veröffentlichte Edel 2021 das Kunstbuch »A Second Beating Heart« und ist regelmäßig mit fotografischen Arbeiten in Ausstellungen vertreten. Ihr Hörspiel »Ihre Geister Sehen« (Deutschlandfunk Kultur), gesprochen von Sandra Hüller, wurde mit dem ARD-Hörspielpreis ausgezeichnet.
Eleonora Hummel
Eleonora Hummel, 1970 in Kasachstan geboren, zog 1982 mit ihrer Familie nach Dresden. Ihr literarisches Debüt »Die Fische von Berlin« fand große Beachtung, ebenso wie ihre weiteren Romane »Die Venus im Fenster« und »In guten Händen, in einem schönen Land«. Für ihr Schreiben wurde Hummel vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und dem Hohenemser Literaturpreis. Auszüge aus ihrem vierten Roman »Die Wandelbaren« wurden mit mehreren Stipendien und Preisen gewürdigt, darunter ein Heinrich-Heine-Stipendium in Lüneburg, der Schwäbische Literaturpreis 2017 (1. Platz), ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen 2017 sowie ein Spreewald-Literatur-Stipendium 2016/17. Zudem erhielt der Roman den Hauptpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises 2020 des Landes Baden-Württemberg.
Dagmar Leupold
Dagmar Leupold, in Mainz aufgewachsen und heute in München lebend, studierte Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaften und Klassische Philologie und promovierte später in Vergleichender Literaturwissenschaft in New York. Nach Lehr- und Redaktionstätigkeiten in Florenz und den USA veröffentlichte sie Lyrik, Romane und Prosabände. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den aspekte-Preis für das beste Prosa-Debüt, »Edmond. Geschichte einer Sehnsucht«. Die drei Romane »Unter der Hand«, »Die Witwen« und »Dagegen die Elefanten!« waren für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2023 erhielt Dagmar Leupold den Literaturpreis der Stadt München für ihr Gesamtwerk. Der 2025 erschienene Roman »Muttermale« war für den Bayerischen Buchpreis nominiert.
Christoph Peters
Christoph Peters, 1966 in Kalkar geboren, studierte nach dem Abitur Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und wurde schließlich Meisterschüler von Meuser. Christoph Peters lebt und arbeitet heute in Berlin. 1999 veröffentlichte er mit »Stadt Land Fluß« seinen ersten Roman, der große Aufmerksamkeit erregte. Seither erschienen fünf weitere Romane, darunter »Tuch aus Nacht«, »Ein Zimmer im Haus des Krieges« und »Mitsukos Restaurant«, sowie mehrere Erzählbände. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem aspekte‑Literaturpreis und dem Rheingau‑Literaturpreis. Sein Roman »Wir in Kahlenbeck« war 2012 für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Silke Scheuermann
Silke Scheuermann, 1973 in Karlsruhe geboren und in Hanau lebend, studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main, Leipzig und Paris. 2001 erschien ihr erster Gedichtband »Der Tag, an dem die Möwen zweistimmig sangen«, 2007 folgte der Roman »Die Stunde zwischen Hund und Wolf«. Sie zählt zu den bedeutenden Lyrikerinnen ihrer Generation und veröffentlicht zudem vielbeachtete Prosa, Essays sowie Beiträge in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in Volltext. Neben zahlreichen Lesungen und Schreibworkshops wurde sie mit einer Reihe renommierter Preise ausgezeichnet, darunter der Leonce‑und‑Lena‑Preis, der Bertolt‑Brecht‑Literaturpreis und 2020 die Goethe‑Plakette der Stadt Frankfurt.
Rina Schmeller
Rina Schmeller, 1986 in Lübeck geboren, hat in Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Sozial- und Kulturanthropologie studiert und später in Leipzig Literarisches Schreiben. Sie war 2020 Teilnehmerin der Autor*innenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin und erhielt mehrere Aufenthaltsstipendien, zuletzt im International Writers' and Translators' House in Ventspils (Lettland). 2024 veröffentlichte Schmeller im Rahmen ihrer Arbeit an dem Debüt »Co« den Essay »Bedeutung erleben«. Im März 2026 erscheint das Debüt über Co‑Abhängigkeit.
Jan Snela
Jan Snela studierte in München und Tübingen die Fächer Komparatistik, Slawistik und Rhetorik. 2010 wurde er mit dem 18. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin ausgezeichnet. Sein erstes Prosabuch, »Milchgesicht. Ein Bestiarium der Liebe«, erschien 2016 bei Klett‑Cotta und erhielt 2017 den Clemens‑Brentano‑Preis der Stadt Heidelberg. Neben Erzählungen, Gedichten und Essays, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden, verfasst Snela Radio‑Essays mit hörspielnaher Ausrichtung für das Nachtstudio des Bayerischen Rundfunks. Für die Stuttgarter Akademie für gesprochenes Wort entwickelte er außerdem die Lesungsreihe »soundso«, die seit 2018 den klanglichen Aspekt von Literatur in den Mittelpunkt stellt. Das Schloss‑Wiepersdorf‑Stipendium nutzt er zur Arbeit an seinem zweiten Buch »Mäusenovelle«.
Thị Thanh Thảo Trần
Thị Thanh Thảo Trần, 1986 in Vietnam geboren und seit 1999 in Deutschland zu Hause, studierte Kulturwissenschaften sowie Vergleichende Literatur‑ und Kunstwissenschaft. Mit ihrer Kurzgeschichtensammlung »Wo ich herkomme« erreichte sie 2022 die Shortlist des Young Storyteller Award. 2024 wurde ihr ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats zugesprochen, das ihr den Abschluss ihres ersten Romanprojekts ermöglichte. Heute lebt Trần in Berlin.
Feridun Zaimoglu
Feridun Zaimoglu wurde 1964 im türkischen Bolu geboren und lebt seit 1985 in Kiel. Nach Studien der Kunst und Humanmedizin etablierte er sich als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist. Als „Gründer“ und spiritueller Kopf von Kanak Attack prägte er Debatten über Migration und Identität. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den civis Hörfunk- und Fernsehpreis (1997), den Drehbuchpreis Schleswig-Holstein (1998), den Grimmelshausen-Preis (2007) und den Jakob-Wassermann-Literaturpreis (2010). 2000 kam die Verfilmung seines Buches »Abschaum« unter dem Titel »Kanak Attack« ins Kino.